Körperliche Untersuchung (auch klinische
Untersuchung) ist ein in der Medizin häufig verwandter
Begriff für die Untersuchung eines Patienten mit den eigenen
Sinnen und einfachen Hilfsmitteln. Sie wird als
unverzichtbare Grundlage der Diagnostik angesehen. Dabei
wird nach dem so genannten IPPAF-Schema vorgegangen:
• I Inspektion, das Betrachten,
• P Palpation, Abtasten
• P Perkussion, Abklopfen, und
• A Auskultation, Abhören von
Körperregionen sowie
• die Geruchswahrnehmung (z. B. Ammoniak, Aceton, Alkohol in
der Ausatemluft).
• F Funktionsprüfung, am Ende der Untersuchung
Die körperliche Untersuchung beginnt meist Kopf und endet am
Fuß, wobei sie sich an den verschiedenen Organsystemen
orientiert.
Zu Beginn wird neben der Bewusstseinslage (wach?
orientiert?) der so genannte Allgemein- und
Ernährungszustand beurteilt. Die Hautfärbung des Patienten
verrät eine mögliche Blutarmut (Anämie), Lungen- und
Herzerkrankungen (Zyanose) oder Gallenstauungen (Ikterus).
Flecken und andere Hauterscheinungen
können auf Infektionen oder andere Krankheiten hinweisen,
Beinschwellungen (Ödeme) auf eine Herzschwäche oder
Nierenfunktionsstörungen. Arthritis oder Tremor der Hände
sind oft auf den ersten Blick zu erkennen.
Im Bereich des Kopfes und Halses werden
Pupillenreaktionen
und Sehschärfe geprüft. Die
Mundschleimhaut wird angesehen,
Schädel
und Halswirbelsäule werden
abgeklopft,
Lymphknoten und die Schilddrüse
werden ertastet. Die sensible und
motorische Funktion
der zwölf Hirnnerven kann
detailliert geprüft werden, ohne ein einziges Gerät zu
verwenden.
Weitere Bereiche, die in ähnlicher Weise der Untersuchung
zugänglich sind, sind die Wirbelsäule,
der
Brustkorb
einschließlich Herz,
Lunge und
Brustdrüse; der
Bauch, die
Nierenregion
auf beiden Seiten,
die
Lymphknotenregionen der
Achselhöhlen und der Leisten,
Arme und
Beine
(mit den bekannten Reflexprüfungen) sowie das
zentrale
Nervensystem.
Der Umfang der Untersuchung richtet sich dabei nach der
Fragestellung. Oft sind schnell ein oder zwei
Krankheitszeichen gefunden, die den Fortgang der Diagnostik
beeinflussen. In seltenen Fällen bei unklarem Beschwerdebild
kann eine detaillierte Untersuchung aller Körperregionen
nötig sein, die bis zu einer Stunde dauern kann. In der
Praxis wird die Untersuchung oft verkürzt und gezielt
vorgenommen. Nie sollten nur Herz und Lunge durch den
Halsausschnitt der Kleidung (scherzhaft als „Kassendreieck“
bezeichnet) untersucht werden, um Zeit und dem Patienten das
Ausziehen zu ersparen, außer im Notfall.
Die Grundlagen jeder Diagnostik stellen die Erhebung der
Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung dar. Die
genaue Untersuchung des Körpers durch Inspektion
(Anschauen), Palpation (Tasten), Perkussion (Abklopfen) und
Auskultation (Abhören mit dem Stethoskop) gibt viele
Hinweise über die Funktion verschiedenster Organe und
verschafft ein Gesamtbild der Erkrankung. Ausgehend von der
Untersuchung werden dann weitere diagnostische Schritte
eingeleitet.
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