Mitochondrien-Funktion

Mitochondriale Fehlfunktionen

Entzündungen gelten heute als die „heimlichen Killer". Entzündungen, so die Erkenntnisse, sind Gift für den Körper und verantwortlich für zahlreiche Zivilisationskrankheiten.

Der Schlüssel für viele Erkrankungen liegt in einem gestörten Zellstoffwechsel. So sieht es heute die wachsende Zahl der ganzheitlich arbeitenden Therapeuten. Von besonderer Bedeutung ist dabei, chronische Entzündungen auszuheilen, um die Zellfunktionen wieder
zu normalisieren.
Aus etwa siebzig Billionen Zellen besteht unser Körper. Jede von ihnen ist ein eigener kleiner Organismus. Für ihren Energiehaushalt sind die Mitochondrien zuständig. Diese winzigen Energielieferanten produzieren die Energie ( ATP) für alle unsere Körperzellen.

Wie wissen heute, das die Ursachen von Krankheiten und Alterserscheinungen in den Mitochondrien der Zellen des Körpers zu suchen sind und nicht, wie jahrzehntelang angenommen, im geschädigten Erbgut. Mitochondrien sind jene winzigen Organellen, die für die Energieproduktion der Zelle verantwortlich sind.

Diese winzigen Zellen in der Zelle können durch zahlreiche Faktoren in ihrer Funktion gestört werden. Zum Beispiel durch falsche Ernährung und Übersäuerung, durch eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora oder auch durch durchlässige Schleimhäute (Leaky Gut) im Darm, durch Nährstoffmangel, Stress oder durch ein schwaches Immunsystem.

Was man tun kann

Die  Entzündungen als Ursache der Störungen müssen behoben werden. Da kann es sich um Ernährungsfehler handeln oder um Störungen der Verdauungsorgane. Es kann an Elektrosmog, Genmutationen oder auch an Industriegiften, am Stress oder an einem Mangel an lebenswichtigen Aminosäuren, Spurenelementen oder Vitaminen handeln.
Warum die gesunde Darmfunktion so wichtig ist

Selbst bei schweren Krankheiten wie Krebs, Arteriosklerose, Depressionen, Darmentzündungen oder Erschöpfungssyndromen ist die besondere Bedeutung einer individuellen Ernährung als hoch zu bewerten. Und auf den Darm als einem Zentralorgan zur Aufrechterhaltung der Gesundheit.

Warum sind gerade diese beiden Faktoren von so großer Bedeutung?

Gerade der Ernährungsfaktor und individuell erstellten Ernährungsprofile machen mindestens 80 Prozent eines jeden Therapieerfolges aus. Nur wenn der Darm gesund ist, kann die Nahrung richtig aufgeschlüsselt und aufgenommen werden. Wir brauchen dafür intakte Schleimhäute, denn über 70 Prozent des lymphatischen Abwehrsystems hat dort seinenSitz. Und wir brauchen jede Menge Bakterien im Darm – aber die richtigen. Eine gesunde Darmflora ist wichtig für Darmbewegung und Immunmodulation, für die Resorption vieler Nährstoffe. Für die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, für die Produktion wichtiger Fettsäuren und die Entgiftung körperfremder Stoffe. Und nicht zuletzt für das richtige Körpergewicht.

Getreideallergie – ein Risikofaktor für viele Krankheiten

Wie Darm, Ernährung und Gesundheit zusammenhängen, lässt sich am Beispiel der Gluten-Allergie gut erkennen. Abwehrreaktionen gegen das Klebereiweiß Gluten in Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel können fatale Folgen haben und Multisystemerkrankungen auslösen. Bei einer solchen Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem den eigenen Dünndarm an. Das führt zu einer Schädigung der Darmschleimhautzellen, zu Entzündungen und Resorptionsstörungen – immer weniger Nährstoffe werden aufgenommen. Auch das Krebsrisiko steigt. Berichtet werden auch Zusammenhänge mit Diabetes Typ 1, rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose und dem Reizdarmsyndrom.
In 99 Prozent aller Fälle wird sie nicht rechtzeitig entdeckt. Denn die klassischen Symptome der Glutenallergie wie Durchfall, Blähungen, Gewichtsverlust und Übelkeit treten erst dann auf wenn ausgedehnte und kritische Darmabschnitte geschädigt sind. Mehr als die Hälfte der Patienten hat vorher keine Beschwerden im Verdauungstrakt. Es treten eher atypische Krankheitsbilder auf, beispielsweise Eisenmangelanämie (Blutarmut durch Eisenmangel), Hautschäden, Osteoporose (Knochenentkalkung), Gelenkschmerzen, chronische Müdigkeit, Epilepsie, Demenz oder gar Schizophrenie.Durch Blut- und Stuhluntersuchungen kann eine Gluten-Allergie aber frühzeitig festgestellt werden. Eine Untersuchungsreihe an 347 Patienten mit Multisystemerkrankungen ergab, dass etwas über 26 Prozent an der Getreideallergie litten. Das heißt, mehr als jeder vierte Patient. Neben dem Verzicht auf Gluten raten wir in solchen Fällen auch zur Einnahme von Darmbakterien, da eine physiologische Bakterienbesiedlung des Darmes die Glutenintoleranz aufheben kann. Denn eine gesunde Darmflora kann auch die Aktivität von Genen reduzieren, die zu einer Überaktivierung des Immunsystems gegen Gluten führen.

Was ist sonst noch zu tun?

Lebensmittelcheck durch Blutanalyse
Wir suchen dabei auch nach zeitverzögerten Entzündungsreaktionen, die sich durch Abwehreiweiße zeigen, zum Beispiel Immunglobulin G-1 und G-3. Zell- und Organschädigungen durch solche Abwehrreaktionen können gestoppt oder verhindert werden, wenn man die Ursachen rechtzeitig ausfindig macht.

Und wie sieht die richtige Ernährung in solchen Fällen aus?

Neben der Vermeidung von Lebensmitteln, auf die der Patient individuell allergisch reagiert, raten
wir generell zu einer antientzündlichen, antiallergischen, eiweißreichen biologischen Ernährung. Zu einer Ernährung, die auch reich an essenziellen Fettsäuren ist, wobei die Kohlenhydratzufuhr reduziert werden sollte.
Bei Störungen im Darmbereich kann ja nicht mehr alles aus der Nahrung herausgeholt werden, was an Nährstoffen drin ist.

Brauchen solche Patienten auch Nahrungsergänzungen, um ihr Immunsystem wieder voll funktionsfähig zu machen?

Die Schleimhautzellen des Magens und Darms als auch die Immunzellen sind von der Leistungsfähigkeit ihrer Mitochondrien abhängig. Neben der bereits beschriebenen Ernährungstherapie werden vitale (lebendige), vermehrungsfähige, hochdosierte Mikroorganismen und natürliche Nährstoffe eingesetzt. Dabei stehen der Aufbau und das Abdichten der Schleimhäute im Vordergrund, um den Lebensraum der lymphatischen Abwehrzellen zu verbessern und die Aufnahmefähigkeit zu optimieren.
Zur Regeneration und zur Unterstützung der oberen Verdauungsorgane wie Magen und Bauchspeicheldrüse, Leber und Galle, werden zusätzlich Bitterstoffpflanzenextrakte, Enzyme,
Polyphenolextrakte (so genannte sekundäre Pflanzenstoffe) und Quellstoffe verordnet.